In diesem Artikel erzähle ich, was aus meiner Sicht nachhaltiger Beziehungsaufbau ist. Ich gebe dir konkrete Tipps, wie du andere Blogger auf dich aufmerksam machen kannst und wie sich andere Blogger leichter mit dir vernetzen können.

Du kannst den Beitrag entweder lesen oder als Audio anhören:

 

 

Was ist nachhaltiger Beziehungsaufbau?

Nachhaltig bedeutet „lange andauernd“. Im Zusammenhang mit Beziehungen finde ich „tragfähig“ und „wirkungsvoll“ als Synonyme auch passend. Für mich steht Nachhaltigkeit bezüglich Beziehungsaufbau für gegenseitige Wertschätzung und echtes Interesse am Anderen. Die Basis nachhaltiger Beziehungen ist ein ehrliches, authentisches Auftreten.

Die eigenen Vorteile, die du eventuell aus einem Kontakt ziehst, sollten nicht Motivation sein, mit jemandem näher in Kontakt kommen zu wollen. Im beruflichen Kontext entstehen aus Kontakten manchmal tolle Kooperationen und hilfreicher Austausch, jedoch basierend auf einem „Geben und Nehmen“ und nicht auf einseitigem Nutzen-Ziehen.

Warum ist nachhaltiger Beziehungsaufbau wichtig?

Um herauszufinden, wie jemand „tickt“, wie seine Arbeitsweise ist und welche Wertvorstellungen er hat, braucht es Zeit. Und im Laufe der Zeit bilden sich vielleicht Gemeinsamkeiten oder Ergänzungspunkte heraus, die beiden Vorteile bringen.

Von nachhaltigem Beziehungsaufbau profitierst du ungemein. Du bekommst ein Gespür für deine Kontakte und weißt, wer dir in welchen Situationen am besten weiterhelfen könnte. Und merkst vielleicht auch, wem dein Rat hilft und kannst unterstützen. Erfahrungsaustausch sowie Rückhalt sind im privaten wie beruflichen Umfeld wichtig. Besonders für Selbständige, die sich nicht mit Arbeitskollegen austauschen können ist Netzwerken und Austausch von Vorteil.

Wann sprichst du eine Empfehlung aus? Normalerweise, wenn du eine Dienstleistung oder ein Angebot selbst ausprobiert hast und es dir gefallen hat. Wenn du allerdings mit jemandem näher in Kontakt bist und weißt, wie er „tickt“ kannst du auch eine Empfehlung aussprechen aufgrund der Person selbst. Oder eben andersrum, derjenige empfiehlt vielleicht dich!

Oder stell dir vor, du planst ein gemeinsames Projekt, hast bereits viel Zeit, Herzblut und vielleicht Geld investiert und dann kommt auf, dass die Zusammenarbeit doch nicht funktioniert, da man sich zu flüchtig kannte und ganz unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen. Schade!

Natürlich sind nicht alle geknüpften Kontakte dauerhaft – mal ist man mehr mit dem in Kontakt, mal mit jenem. Und manchmal geht man in eine andere Richtung und verliert sich aus den Augen. Das gehört dazu. Doch konzentriere dich auf die wertvollen Kontakte, von denen du gerne hörst.

Claudia Dieterle hat auf der Plattform des Gemeinschaftsprojekts Zielbar einen wunderbaren Artikel darüber geschrieben, wie man Wertschätzung beim Netzwerken zeigt (mit toller Infografik von Steve Brattig).

Vernetzung über Blog

Ein Blog ist nicht nur eine hervorragende Möglichkeit sich als Experte zu positionieren, die Website bekannt zu machen und mit seiner Zielgruppe in Dialog zu treten, sondern auch um mit anderen themenverwandten Bloggern in Kontakt zu kommen.

Dieses wichtige Thema nahm Daniela Sprung von bloggerabc zum Anlass, die Blogparade „Vernetzung von Bloggern: Wie und warum alle davon profitieren“ ins Leben zu rufen, an der ich mit diesem Beitrag teilnehme.

Wichtigste Voraussetzung für den Kontaktaufbau über den Blog ist aus meiner Sicht – neben dem Aspekt, einen Blog zu betreiben – das weit verbreitete Konkurrenzdenken abzulegen.

Du kannst dich wahrscheinlich erst ernsthaft auf Vernetzung einlassen, wenn du dies verinnerlicht hast. Bei Dienstleistungen von Selbständigen zum Beispiel spielt die eigene Persönlichkeit eine große Rolle – jeder ist einzigartig und anders und unterscheidet sich somit vom „Konkurrenten“. Deshalb halte ich es für wichtig, authentisch aufzutreten. Der Einsatz von Podcasts und vor allem Videos erleichtert es sowohl Interessenten als auch anderen Bloggern, dich besser kennenzulernen.

 

 

Einen sehr guten Podcast zum Thema „Löse dich vom Konkurrenzdenken“ fand ich in einem anderen Artikel zur Blogparade von Christian Müller auf dem Blog von Silke Loers.

Vernetzung und der Austausch mit anderen Bloggern hilft, mehr Sichtbarkeit zu erhalten und erweitert den eigenen Horizont. Darüber schreibt Tina Gallinaro auch in ihrem Blogbeitrag Warum Unternehmen bloggen und sich vernetzen sollten:

Aus diesem Grunde vernetzen sich Blogger untereinander, sie hinterlassen bereitwillig Kommentare, geben Tipps, was man hier und da eventuell verbessern könnte, aber in erster Linie ist das Miteinander mit ihnen ein Geben und Nehmen.

Doch wie kannst du andere Blogger auf dich aufmerksam machen und dich vernetzen?

Kontakte über den Blog aufbauen

Der erste Schritt ist, Blogs mit ähnlichen oder überschneidenden Themengebieten ausfindig zu machen. Hier kann beispielsweise die Google-Suche, Themensuche per Hashtag in sozialen Netzwerken, Nachfragen bei anderen Bloggern und in Facebook-Gruppen oder Recherche in den Kommentaren von Blogs helfen, passende neue Blogs zu finden.

Im zweiten Schritt schaust du dir den Blog und die Person/Personen, die dahinter steht/stehen genauer an. Viele Blogs haben eine Über-Mich-Seite (manchmal auch About, Starte hier oder Neu? bezeichnet) mit Infos zum Blog sowie zum Blogger. Lies dir die Beiträge durch und mache dir ein Bild. Wenn dir gefällt was du vorfindest, kommen wir zu Schritt 3.

Bleib informiert

Im dritten Schritt sorgst du dafür, über Neuigkeiten des Blogs auf dem Laufenden zu bleiben. Gängige Möglichkeiten sind hierfür:

Folge den Social-Media-Kanälen der Blogger.  Füge den RSS-Feed des Blogs zu deinem Feed-Reader (z. B. Feedly) hinzu.  Abonniere den Newsletter.  Lass dich über Blogbeiträge per Mail informieren.

Nun ist es mit Schritt 4 höchste Zeit, aktiv zu werden ;). Zeig dich und like, kommentiere und teile in Social Media. Bleibe dabei aber authentisch und deiner „Marke“ treu. Das heißt, schreibe deine ehrliche Meinung und teile (edit: auf Unternehmensprofilen) nur Beiträge, die auch zu deinem Thema bzw. Branding passen. Besonders hilfreich sind Kommentare zum Blogartikel selbst.

Blogkommentare schreiben

Hierfür finde ich wichtig, unter deinem richtigen Namen zu kommentieren, am Besten mit Bild von dir. Du kannst dir z. B. bei Gravatar ein Profil anlegen und deine E-Mail-Adresse, unter der du kommentierst, mit einem Profilbild verknüpfen. Viele Blogs lassen Gravatare zu.

Einen sehr guten (englischen) Artikel, der ausführlich erläutert, was einen guten Blog-Kommentar ausmacht und warum das wichtig ist, findest du hier: The Ultimate Guide to Writing Comments That Open Doors with Popular Bloggers.

Kurz zusammengefasst macht einen guten Blog-Kommentar folgendes aus:

  • Freundliche Begrüßung
  • Ehrliches Kompliment
  • Mehrwert bringen (z. B. persönliche Erfahrung, gute Frage, zur Diskussion beitragen)
  • Teilen ankündigen

Vermeiden solltest du leere Phrasen, nur Aussagen des Artikels zu wiederholen und vor allem natürlich Eigenwerbung, indem du (im schlimmsten Fall noch ohne den Artikel wirklich gelesen zu haben und darauf einzugehen) gleich mal ein paar Links von dir platzierst.

Weitere Schritte, um in Kontakt zu kommen

Zusätzliche Möglichkeiten sind Content Curation (Beiträge anderer Blogger kuratieren, d. h. teilen). Ich mache dies zum Beispiel in meinem Fundstücken, die jeden Monat erscheinen. Auch die Verlinkung zu anderen Blogbeiträgen als weiterführende Informationen bringt beiden Bloggern etwas, sowohl aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung als auch betreffend einer Kontaktaufnahme.

Des Weiteren sind Gastartikel auf anderen Blogs hervorragend geeignet, um mit anderen Bloggern näher in Kontakt zu kommen.

Und um das Ganze abzurunden darf natürlich eine Sache nicht fehlen:

Blog für Dialog optimieren

Hierzu gehört auf jeden Fall ein ausgefülltes Social-Media-Profil (dazu mehr in Teil 2 dieser kleinen Reihe).Gib deinen Lesern die Möglichkeit, dich kennenzulernen und fördere den Dialog.

  • Verbinde deinen Blog mit deinen Social-Media-Kanälen und achte darauf, die Verlinkungen prominent zu platzieren
  • Lege eine Über-Mich-Seite in deinem Blog an.
  • Biete einen Newsletter an.
  • Das Anzeigen der neuesten/aktivsten Kommentatoren in der Sidebar kann für einige einen zusätzlichen Anreiz bieten, einen Kommentar zu schreiben
  • Achte darauf, dass die Kommentarfunktion in deinem Blog aktiviert ist.
    Dies machst du in WordPress im Dashboard unter Einstellungen – Diskussion.
    Trackbacks und Pingbacks stellen eine Verbindung zu verlinkten / verlinkenden Blogs her.
    Wenn du das Häkchen bei „Verschachtelte Kommentare“ setzt, erscheint bei einem Blog-Kommentar die Antwort-Funktion – diese ermöglicht gezieltes antworten und bündelt einen Dialog.

 

Vernetzung von Bloggern durch Kommentare fördern

 

  • Sorge dafür, dass Kommentierende die Möglichkeit haben nachfolgende Kommentare zu abonnieren. Ich benutze hierfür auf der Contentkiste das Plugin Subscribe to „Double-Opt-In“ Comments.
  • Sonst bekommen die Kommentierenden deine Antwort unter Umständen nicht mit und können eine Diskussion nicht verfolgen. Oder sie müssen ständig selbst aktiv werden und nachschauen, ob schon jemand geantwortet hat.
  • Schalte Kommentare zeitnah frei und reagiere darauf.

Bleib zielorientiert

Es ist schön, nette neue Kontakte kennen zu lernen und sich mit anderen Bloggern zu vernetzen, doch als Selbständiger musst du aufpassen, dass du dein Ziel und deine Zielgruppe nicht aus den Augen verlierst.

Das kann ganz schnell passieren, wenn die Bemühungen aufgehen und du dich auf einmal mitten im Geschehen befindest. Da gibt es sooo viele tolle Blogartikel zu lesen, hier musst du unbedingt noch kommentieren und auf den einen Artikel eine Antwort in Form eines Blogbeitrags schreiben, etc. Und hier hat jemand zu diesem Thema geschrieben, da fällt dir auch was dazu ein, das du gleich verfassen musst.

[blue_box]Als Selbständiger hast du ein Ziel vor Augen (falls nicht, solltest du dir darüber Gedanken machen). Zu streng darfst du auch nicht mit dir sein, Raum für aktuelle und spontane Aktionen dürfen nicht fehlen. Doch die Grundausrichtung muss passen und du darfst den roten Faden nicht verlieren.[/blue_box]

Liebster Award – Sinn oder Unsinn?

Die Frage nach der Zielorientierung stellte ich mir vor einiger Zeit auch wieder, als ich zum ersten Mal für den Liebster Award nominiert wurde. Bzw. freundlicherweise per E-Mail gefragt, ob ich nominiert werden möchte. Der Liebster Award soll der Vernetzung unter Bloggern dienen. Es werden 11 Fragen gestellt und dann Personen nominiert, die diese Fragen beantworten und dann wiederum andere Personen nominieren.

Ich muss ganz ehrlich sagen, mit Nominierungen habe ich es generell nicht so ;). Die Teilnahme am Liebster Award kann dir was bringen, meint Ivana Baric-Gaspar. Ich stimme ihr zu, dass der Liebster Award neben dem Vernetzungsgedanken geschickt genutzt auch zur Zielgruppenforschung beitragen kann. Ivana sagt in ihrem Beitrag Liebster Award: Was er dir bringen kann:

Natürlich kann dich niemand zwingen dabei mitzumachen, aber dann reicht ja schon ein “I mog ned” oder “Das passt nicht ganz zu meinem Blog” oder “Das bin ich einfach nicht”. Aber, und das sage ich jetzt sehr bewusst, damit grenzt du dich selbst aus. Punkt.

Ok, in diesem Fall grenze ich mich aus. Ich habe nämlich damals bei der ersten Anfrage beschlossen, nicht mitzumachen. Und ich bin sehr froh darum. Es folgten noch einige weitere Anfragen, und mein Blog wäre somit voll mit Artikeln zum Liebster Award. Ich glaube, da hätten meine Leser keine Lust darauf gehabt. Und ich auch nicht, denn mein Themenplan ist voll, und ich habe so schon manchmal Probleme, mir die Zeit für den Blog neben Alltagsgeschäft und Familie zu nehmen. Ich habe mich ehrlich über jede Anfrage gefreut, da sie mir gezeigt hat, dass derjenige an mich gedacht hat. Von daher ist es mir nie leicht gefallen, abzulehnen. Aber erfreulicherweise hatten alle Verständnis.

Die letzte Anfrage kam nicht per Mail, sondern öffentlich in einem Beitrag. Danke Socialmedia Doktor Sebastian Riehle für die Nominierung ;-). Ich habe gesagt, dass ich mir was einfallen lasse. Da das Thema sehr gut hierher passt, habe ich deshalb hier Stellung genommen.

Und ich glaube, Vernetzen kann auch klappen ohne den Liebster Award, oder?

Hier geht es zu Teil 2: Nachhaltigen Beziehungsaufbau über Social Media.

 

Darf gerne geteilt werden. Danke!