In Teil 1 erzähle ich, was aus meiner Sicht nachhaltiger Beziehungsaufbau ist und schreibe darüber, wie du andere Blogger auf dich aufmerksam machen kannst und wie sich andere Blogger leichter mit dir vernetzen können. Hier in Teil 2 geht es um Voraussetzungen und Tipps für effektives Netzwerken in Social Media mit Schwerpunkt Facebook.

Du kannst den Beitrag entweder lesen oder als Audio anhören:

 

 

Voraussetzungen zum Beziehungsaufbau in Social Media

Beziehungsaufbau geht nicht ohne eine gewisse Sichtbarkeit. Damit meine ich nicht Sichtbarkeit im Sinne von Bekanntheit, sondern dich selbst sichtbar zu machen. Das heißt NICHT, dass du deine Internas ins Netz streuen sollst, aber die Bereitwilligkeit, ein paar Informationen über dich preiszugeben sollte vorhanden sein. Dazu gehört zum Beispiel das Ausfüllen deiner Social-Media-Profile.

Klarnamen

Verwende deinen richtigen Namen. Mit „Daisy Duck“ oder „Pe Bo“ fällt es schwer, in Kontakt zu treten – mir zumindest, denn ich möchte wissen, mit wem ich es zu tun habe. Als Selbständiger stehst du meist auch als Person für deine Arbeit, selbst wenn du deine Arbeit unter einem anderen Namen laufen hast.
Auf Facebook zum Beispiel herrscht sogar Klarnamenpflicht und ich finde wenn man eine Plattform nutzt, dann sollte man sich auch an die Regeln halten.

[blue_box]Tipp: Wenn Facebook Profile mit falschem Namen sperrt und dieses Profil Administrator einer Facebook-Seite ist, verlierst du auch den Zugang zu deiner Seite. Falls du also auf Facebook nicht mit echtem Namen angemeldet bist und eine Facebook-Seite verwaltest, nehme eine andere Person der du vertraust als Admin hinzu.[/blue_box]

Profilbild

Sei du selbst und auch als „du“ erkennbar. Dein Baby, deine Katze oder die Blume im Garten ist nett anzuschauen, aber das bist nicht du. Ich sehe es wie Steve Brattig, der auf Zielbar schreibt:

In der Geschäftswelt punkten vorrangig seriöse Bilder. Es muss aber nicht immer das professionelle Businessfoto vom Starfotografen sein. Die Hauptsache ist, dass wir eine positive, authentische und kompetente Ausstrahlung haben.

In seinem lesenswerten Artikel Tipps für ein optimales Profilbild findest du tolle Anregungen und Beispiele.

Titelbild

Du selbst musst nicht auf dem Bild sein, es kann auch eine schöne Landschaftsaufnahme, eine Situation aus deinem Leben oder von etwas, das dir gefällt und zu dir passt sein. Zu werbliche Titelbilder auf privaten Profilen wirken fehl am Platz. „Hol dir unbedingt mein superdupertolles und garantiert einzigartiges E-Book 100 Tipps für XYZ“ kann auf deinem Unternehmens-Titelbild stehen, aber privat bist du mehr als nur deine Arbeit, oder?

[blue_box]Tipp: Achte auf die richtigen Maße, damit dein Titelbild nicht abgeschnitten oder verzerrt dargestellt wird sowie auf die Darstellungsweise des jeweiligen sozialen Netzwerks (z. B. ins Titelbild ragendes Profilbild).[/blue_box]

Informationen bereitstellen

Schreib ein oder zwei Sätze zu dir, wer du bist und was du machst. So bekommen Profilbesucher einen ersten Eindruck. Für Selbständige empfiehlt es sich, die Arbeitsstelle anzugeben. Bei Facebook kannst du sogar deine Facebook-Fanpage als Arbeitsstelle verlinken und die jeweiligen Angaben können individuell von den Privatsphäre-Einstellungen angepasst werden.
Ist z. B. auf Twitter die Kurzbio nicht ausgefüllt, verschlechtern sich die Chancen, zurückgefolgt zu werden, enorm.

 

Voraussetzungen für effektives Netzwerken in Social Media - Checkliste

 

Freundschaften auf Facebook

Freundschaftsanfragen sind ein Thema für sich. Im Gegensatz zum Abonnieren, Folgen oder Einkreisen ist hier eine Bestätigung nötig. Deshalb empfiehlt es sich beim Versenden von Freundschaftsanfragen (außer du kennst die betreffende Person schon gut) eine persönliche Nachricht zu schreiben. Schreibe am besten dazu, woher ihr euch kennt, oder warum du gerne mit demjenigen befreundet sein möchtest. So kann der Empfänger dich besser zuordnen. Im Gegensatz zu Xing oder LinkedIn kann auf Facebook beim Versenden von Kontakt- bzw. Freundschaftsfragen leider nicht direkt eine Nachrichten angefügt werden, sondern diese zwei Schritte müssen unabhängig voneinander durchgeführt werden.

Ist die Freundschaft einmal hergestellt, gibt es gleich ein paar Dont’s mit denen du dich unbeliebt machen kannst ;-)

Doch zuerst muss nochmals betont werden, dass es natürlich keine „Anleitung“ für erfolgreiches Netzwerken gibt. Denn was manche als absolut unpassend empfinden, sehen andere als normal an und denken sich nichts böses dabei. Haben zwei ganz unterschiedliche Ansichten, wird der Kontakt sowieso nicht lange bestehen und es regelt sich von selbst.

Die nachfolgenden Punkte sind als Gedankenanstoß gedacht, auf keinen meiner Facebook-Freunde direkt bezogen und spiegeln meine eigene Meinung wider.

Seiteneinladungen

Wenn direkt nach der Freundschaftsbestätigung eine Seiteneinladung folgt, frage ich mich schon manchmal: Hat diese Person eigentlich an mir und meinen Themen Interesse, oder will sie nur mehr Likes und Reichweite für die Fanpage?

Relike-BeiträgeDu schreibst sicher ab und an über deine Arbeit oder teilst Blogartikel. So haben deine Kontakte die Möglichkeit, sich anzuschauen was du so machst, und werden – wenn  ihnen gefällt was sie sehen – auch so deine Facebook-Seite liken.

Seiten von Freunden, die ich schon eine Weile kenne, schaue ich mir gerne an. Aber manche schicken auch Seiten-Einladungen für die Seiten von Freunden von Freunden. Kommt das öfter vor, ist man – bzw. ich – irgendwann genervt davon. Und ob man den anderen damit einen Gefallen tut? Oft erwarten die, die liken sollen ein Relike (s. Screenshot). Auf solchen Seiten drehe ich gleich wieder um. Die Likes, die solche Aktionen bringen, kommen meist aus Gefälligkeit und die Beiträge in den Neuigkeiten werden deabonniert, da sie nicht interessieren. Bringt also nichts sondern schadet sogar!

Keine Werbung

Sich für das Bestätigen der Freundschaftsanfrage zu bedanken ist nett. Per PN (privater Nachricht). Oder wer meint auch in der Chronik (sofern freigeschaltet). Was aber meiner Meinung nach gar nicht geht, beim Bedanken die Chronik des neuen Freundes mit Werbung vollpflastern. Diese „Werbe-Dankesdinger“ mit URL sind überflüssig. 

Auch wenn du ausschließlich Beiträge deiner Fanpage teilst ohne persönlichen Kommentar und es dir nur auf das geschäftliche ankommt, wird dieses Verhalten bei manchen Facebook-Freunden nicht auf Begeisterung stoßen. Lasse ab und zu etwas Persönliches einfließen.

Interaktion

Für nachhaltige Beziehungen ist der Faktor Zeit ganz wichtig. Nähere Kontakte entwickeln sich nicht von heute auf morgen. Und du musst auch Zeit investieren. Sei aktiv und interagiere mit deinen Kontakten.

  • Gefällt dir ein Beitrag? Dann zeige es auch und klicke ruhig auf „Gefällt mir“.
  • Aber: Sei authentisch. Klicke nur auf „Gefällt mir“, wenn es dir auch wirklich gefällt.
  • Kommentiere ab und zu und trete in Dialog mit anderen.
  • Suche dir thematisch passende Facebook-Gruppen zum Austausch.
  • Poste auch selbst ab und zu etwas (muss ja nicht täglich sein)
  • Reagiere (zeitnah) auf Kommentare von anderen

Wertschätzung

Wertschätzender Umgang sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dazu gehört z. B ein ausgeglichenes Geben und Nehmen, ein freundlicher Umgangston, sich für Tipps oder Erwähnungen auch mal zu bedanken und sich nicht über private Unterhaltungen öffentlich auszulassen. Das Thema wertschätzender und höflicher Umgang wurde schon im ersten Teil behandelt mit Verweis auf einen tollen weiterführenden Artikel, deshalb gehe ich hier nicht näher darauf ein.

Freundeslisten

Eine hilfreiche Möglichkeit, den Überblick über seine Kontakte zu halten und sich gezielt zu Netzwerken ist, die Kontakte zu kategorisieren. Hierfür gibt es in den unterschiedlichen Netzwerken verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise Kategorien auf Xing, Kreise auf Google+, Listen auf Twitter und Facebook. Anhand deiner eigenen Kriterien kannst du so deine Kontakte sortieren.

Hier findest du einen hilfreichen Beitrag von Astrid Eishofer, wie du Freundeslisten auf Facebook anlegst.

Weniger ist oft mehr

Du kannst nicht zu beliebig vielen Menschen dauerhaft näher in Kontakt bleiben – irgendwann wird es zu viel. Du verwechselst Namen, weißt nicht mehr wer wo was gesagt, getan oder gepostet hat und es fängt an, anstrengend zu werden statt bereichernd. Dann ist vielleicht der Punkt gekommen, an dem es an der Zeit ist auszusortieren, um Platz für die dir wichtigen Kontakte zu machen.

Sandra Staub beschreibt in ihrem Beitrag Schluss aus. Freundschaften kündigen, Gruppen verlassen und Likes zurücknehmen warum dies manchmal sinnvoll ist. (Mit konkreter Anleitung für die entsprechenden Facebook-Funktionen.)

Leider gibt es viele, die Erfolg in Social Media mit ihren Fanzahlen auf ihren Facebook-Seiten und der Anzahl ihrer Facebook-Freunde gleichsetzen. Was bringen dir 10 000 Fans oder 5000 Freunde, von denen sich nur wenige für dich und deine Arbeit interessieren? 

Zusammenfassung

Voraussetzungen für effektives Netzwerken und um in Kontakt zu kommen sind:

  • Klarnamen verwenden
  • Authentisches Profilbild benutzen
  • Passendes Titelbild nehmen
  • Informationen bereitstellen

Bei Freundschaftsanfragen bzw. Kontaktanfragen, die bestätigt werden müssen, empfiehlt sich eine persönliche Nachricht zu schreiben. Erwarte nicht, dass deine Kontakte deine Unternehmensseite liken, versende Seiteneinladungen mit Bedacht (falls überhaupt) und spamme deine Kontakte nicht mit Werbung zu.

Wertschätzender Umgang ist ebenso Voraussetzung für bereicherndes Netzwerken wie sich Zeit zu nehmen um zuzuhören und zu interagieren. Freundeslisten helfen, die Übersicht zu behalten und ab und zu ist es hilfreich die Kontaktliste „auszumisten“.

Was findest du wichtig für das Netzwerken in Social Media?

 

Darf gerne geteilt werden. Danke!